Erkennen von psychischen Erkrankungen
Wer plötzlich, wiederkehrend oder erstmals mit Symptomen psychischer Erkrankungen in Berührung kommt, steht meist vor großen Herausforderungen und Ratlosigkeit. Vor allem sind es oftmals Familienmitglieder, Verwandte, Partner oder enge Freunde, die unmittelbar mit den Dimensionen konfrontiert werden. Und nicht selten sind sie auch diejenigen, die die ersten Warnsignale deutlich wahrnehmen. Wer Bestätigung, Orientierung und Hilfe für sich oder für seinen Angehörigen in dieser Phase sucht, hat heutzutage viele Möglichkeiten, niederschwellig Rat und Informationen zu erhalten, um zu agieren. Wichtig ist, die Anzeichen nicht zu ignorieren und zu hoffen, dass sich untypische Verhaltensweisen oder Stimmungsschwankungen von allein wieder irgendwann legen. Bitte machen Sie sich bewusst, umso frühzeitig Hinweise richtig gedeutet werden, je schneller eine Diagnose und eine Behandlung erfolgt, desto besser sind die Chancen auf Stabilisierung, Genesung und die Reduzierung von beidseitigem Leidensdruck.

Wir sind für Sie da: kompetente Hilfe bei der Wahl der richtigen Therapie.

Was tun, wenn Anzeichen für eine psychische Erkrankung vorliegen?
Zunächst ist es wichtig, jede Art von auffälligen Veränderungen genau zu beobachten, ohne sofort in die Konfrontation zu gehen. Halten Symptome aber länger an, verschlimmern sie sich oder sind sie immer wiederkehren, sollte gehandelt werden. Je nach Ausprägung können folgende Maßnahmen ratsam sein:
- Bei ersten Anzeichen bieten spezielle, anonyme Selbsttests für Angehörige gute, schnelle Orientierungshilfe
- Suchen Sie bei begründeter Vermutung wertfrei und sachlich das Gespräch mit Ihrem Angehörigen. Vermitteln Sie vorwurfs- und vorurteilsfrei, dass Sie sich Sorgen machen, Veränderungen wahrnehmen und für ihn da sind.
- Versuchen Sie keinesfalls, Verhaltensweisen, Stimmungen oder Gedanken des Angehörigen aktiv ändern oder verbessern zu wollen. Häufig verstärken sich dadurch Konflikte, Belastungen, die Symptome oder aber Ihr Angehöriger zieht sich von Ihnen zurück.
- Vertrauen Sie sich jemandem an, z. B. im Familien- oder Freundeskreis. Das schafft Entlastung, Verständnis und hilft Ihnen, die Verantwortung nicht allein zu tragen.

Fachlicher Rat kann helfen
- Unterstützen und bestärken Sie Ihren Angehörigen ohne Druck dabei, professionelle Hilfe bei einem Arzt, Therapeuten oder einer Klinik zu suchen. Sie können bei der Terminorganisation helfen, Kontakte heraussuchen oder auch als Begleitperson agieren - solange dies von Ihrem Angehörigen gewünscht wird. Nur eine fachärztliche, ganzheitliche Diagnose kann Aufschluss darüber bringen, welche Ursachen die Symptome haben, wie diese in Zusammenhang stehen und fundierte Ergebnisse zum Ausschluss bzw. zur Feststellung von psychischen oder organischen Erkrankungen geben.
- Wenn der Zustand Ihres Angehörigen sich akut verschlechtert und schlimmstenfalls Anzeichen auf Eigen- oder Fremdgefährdung vorliegen, muss zeitnah professionelle Hilfe her. Im Falle von suizidalen Gedanken kontaktieren Sie sofort den Rettungsdienst oder suchen Sie Unterstützung bei der Notfallseelsorge unter 0800 110111 / 0800 1110222.

Ob Depressionen, Burnout, Angst- oder Zwangsstörungen, PTBS oder psychosomatische Beschwerden, die Symptome solcher psychischen Erkrankungen sind häufig unterschiedlich, komplex und sehr variabel. Wichtig ist zu wissen, dass nicht jedes Anzeichen sofort bedeutet, dass eine psychische Krankheit dafür die Ursache sein muss. Jeder Mensch durchlebt in seinem beruflichen, alltäglichen oder familiären Leben Phasen, in denen Stress dazu führen kann, dass man weniger resilient, fröhlich oder aktiv ist als gewohnt. Wenn aber z. B. folgende Charakteristika auftreten, sollte professioneller Rat gesucht werden:
- Die Symptome sind regelmäßig, wiederkehrend, lang anhaltend, anwachsend und gehen mit anderen Symptomen einher
- Untypische Veränderungen in Denk-, Handlungs- und Verhaltensweisen manifestieren sich und können nicht selbstbestimmt geändert oder sachlich reflektiert werden
- Konflikte im häuslichen, sozialen und beruflichen Umfeld nehmen zu, schlimmstenfalls führen diese bereits zu negativen Konsequenzen
- Der Betroffene äußert vermehrt selbst Besorgnis über seinen seelischen oder körperlichen Zustand, seine Situation oder seine Gefühlswelt
Sie fragen sich, ob Ihr Angehöriger an einer psychischen Erkrankung leidet?
Wenn Sie sich Sorgen um einen nahestehenden Menschen machen, kann ein Selbsttest erste Orientierung bieten. Er ersetzt keine fachliche Diagnose, hilft aber beim sensiblen Umgang mit der Situation.
Durch einen Klick auf „Test für Angehörige“ erfolgt eine Weiterleitung auf die Webseite von Outgrow. Sie verlassen somit die Webseite und die Verantwortlichkeiten der Vincera Kliniken. Bei Outgrow handelt es sich um einen Dienst zur Erstellung von Fragebögen, welche damit organisiert und ausgewertet werden können. Die Daten, welche Sie im Rahmen der Fragebögen eintragen, werden auf den Servern von Outgrow gesichert. Die Vincera Kliniken haben keinerlei Einfluss auf die Verarbeitung der Daten durch den Anbieter Outgrow. Die Vincera Kliniken erhalten nach Abschluss des Fragebogens Zugang zu Ihren Antworten. Weitere Informationen zu der Datenverarbeitung durch Outgrow finden Sie unter: outgrow.co und outgrow.co/privacy-policy/. Dieser Selbsttest ist lediglich dazu in der Lage, Anhaltspunkte für das Vorhandensein einer psychischen Erkrankung zu geben, wobei er keine medizinische Diagnose ergibt. Daher darf er nicht für eine Selbstdiagnose eingesetzt werden. Das Stellen einer gesicherten Diagnose ist vor allem bei psychischen Erkrankungen nur durch einen Facharzt oder psychologischen Psychotherapeuten möglich, welcher die Beurteilung in einem persönlichen Gespräch vornimmt. Beim Eintreten von Schäden oder Unannehmlichkeiten, welche auf Schlussfolgerungen allein auf Basis des Ergebnisses dieses Selbsttests beruhen, haften die Vincera Kliniken weder für unmittelbare Schäden noch für mittelbare.
Erkennen psychischer Erkrankungen bei Angehörigen
Das Erkennen psychischer Erkrankungen bei Angehörigen kann herausfordernd sein, ist jedoch unerlässlich, um rechtzeitig Unterstützung bieten zu können. Hier finden Sie eine Übersicht typischer erster Anzeichen einiger häufiger psychischer Erkrankungen.
Kurzfristige Aufnahme möglich
In unseren Kliniken ermöglichen wir auch kurzfristige Aufnahmen. Gerne beraten wir Sie und Ihre Angehörigen zu diesem Thema persönlich.
Unterstützungsmöglichkeiten für Angehörige
Sie begleiten einen Menschen mit psychischer Erkrankung? Bei Vincera erhalten auch Angehörige Entlastung und Orientierung. Wir unterstützen Sie im Umgang mit der Erkrankung, geben Einblick in den Therapieprozess und beziehen Sie nach Möglichkeit in Absprache mit dem Patienten in die Behandlung ein.
Kontaktmöglichkeiten
Unser Patientenmanagement informiert Sie diskret und kompetent über Aufnahmeoptionen und weiterführende Schritte. Auch im Akutfall können wir schnell helfen.
Sozialdienst
Bei sozialrechtlichen Fragen oder beruflicher Wiedereingliederung bieten wir in unserer Klinik in Bad Waldsee kompetente Beratungsmöglichkeiten und Hilfestellung.
Angehörigen-Unterstützung
Angehörige erhalten bei uns Zugang zu Informationsmaterialien, Kontaktstellen und optionalen Angehörigengesprächen mit Therapeuten.
Wo wir Ihnen helfen können
Jede Vincera Privatklinik ist ein Versprechen: In heilsamer Umgebung behandeln wir einzigartig – so einzigartig wie Sie es sind.
Wir stehen Ihnen zur Seite
Teilen Sie uns Ihr Anliegen über unser Kontaktformular mit.
Häufig gestellte Fragen zum Erkennen von psychischen Erkrankungen
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen.
Psychische Erkrankungen äußern sich oft schleichend. Warnsignale können anhaltende Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, sozialer Rückzug, Schlafstörungen oder extreme Stimmungsschwankungen sein. Auch plötzliche Veränderungen im Verhalten oder in der Lebensführung sind häufige Hinweise. Wenn solche Anzeichen über Wochen bestehen bleiben, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Psychische Belastungen sind vorübergehende Reaktionen auf schwierige Lebenssituationen wie Stress, Trauer oder Überforderung. Sie gehören zum Alltag und sind meist durch eigene Ressourcen bewältigbar. Eine psychische Erkrankung oder Störung hingegen liegt vor, wenn Symptome wie Ängste, depressive Verstimmungen oder Zwangsgedanken über längere Zeit bestehen. Sie führen dazu, dass Betroffene leiden und die Lebensqualität sowie das Alltagsleben deutlich beeinträchtigt sind. Eine medizinische Abklärung schafft hier Klarheit.
Wenn Symptome über mehrere Wochen hinweg auftreten oder bestehen und die alltägliche Lebensführung einschränken, ist professionelle Unterstützung dringend empfohlen. Frühzeitige Hilfe verbessert die Prognose erheblich.
Zeigen Sie Verständnis und Geduld. Suchen Sie das Gespräch in einem ruhigen Moment, ohne zu drängen oder zu bewerten. Bieten Sie Ihre Unterstützung an und regen Sie sanft an, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Oft hilft es beispielsweise, gemeinsam erste Schritte zu gehen – etwa einen Arzttermin zu vereinbaren oder Informationen über Behandlungsmöglichkeiten einzuholen.
Setzen Sie klare Grenzen, informieren Sie sich über die Erkrankung und nutzen Sie Unterstützungsangebote wie Angehörigengespräche oder Selbsthilfegruppen. Auch der Austausch mit Fachpersonen kann entlasten. Wichtig ist: Nur wer selbst stabil bleibt, kann wirksam helfen.


