Depression – Warnsignale erkennen & Selbsttest für Angehörige mit Anzeichen

Weltweit gelten depressive Störungen als die häufigste psychische Erkrankung: Sie können nahezu jeden treffen und die Dimensionen und die negative Strahlkraft dieser Krankheit sind meistens immens. Der Umgang damit, aber auch mit einem depressiven Menschen selbst kann kräftezehrend sein und schnell zur großen Belastungsprobe werden. Angehörige sind oft ratlos, wie und wo geholfen werden kann, und – wenn die Krankheit noch nicht erkannt ist – was mit dem betroffenen Nahestehenden nicht stimmt. Sorgen, Angst, Hilflosigkeit und Überforderung sind häufige Folgen. Doch gerade bei einer Depression kann frühes Erkennen entscheidend sein. Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Anzeichen auf eine depressive Erkrankung hinweisen können, wie Sie richtig reagieren und wann professionelle Hilfe notwendig wird.

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Eine junge Frau mit Depressionen

Was sind Depressionen?

Eine Depression ist im Sinne des gängigen ICD-10-Kodierungssytems zur Klassifizierung von Krankheiten eine ernst zu nehmende, meist länger andauernde psychische Erkrankung, bei der die Stimmung, das Denken, das Verhalten und die körperliche Energie stark beeinträchtigt sind. Sie wird in Kategorien wie leicht, mittelgradig oder in schwere Episoden unterschiedlicher Formen eingestuft. Depressionen verlaufen oft schleichend, haben ihren eigenen Rhythmus, ihre eigene Intensität, äußern sich sehr unterschiedlich und kommen fast in jeder Alters- und Gesellschaftsschicht vor. Die Ursachen für eine Depression oder depressive Verstimmungen sind vielschichtig, häufig die Summe verschiedener Faktoren und stehen größtenteils mit anderen psychischen Störungen im Kontext. Ob etwa bedingt durch genetische, biologische oder soziale Voraussetzungen, traumatische Erfahrungen, im Zusammenhang oder in Kombination mit Substanzmissbrauch, die Entstehungsgeschichte der Krankheit ist sehr individuell. Eine unbehandelte Depression kann schwerwiegende Folgen haben, weshalb eine frühe Diagnose wichtig ist. Wenn die Erkrankung aber erst mal richtig erkannt ist, gibt es sehr gute Behandlungsmöglichkeiten, die den Leidensdruck der Betroffenen schnell und nachhaltig lindern können. 

Eine ältere Frau im hellblauen Oberteil wischt sich mit einem Papiertaschentuch eine Träne aus dem Gesicht.

So erkennen Sie Depressionen bei Angehörigen

Klassische Symptome wie Antriebslosigkeit, Schlafprobleme, Gefühllosigkeit und Hoffnungslosigkeit oder untypische Verhaltensweisen wie sozialer Rückzug, Distanzierung oder ein allgemeiner Interessenverlust an Dingen, die Ihrem Angehörigen früher Spaß gemacht haben, können Anzeichen einer beginnenden Depression sein. Vor allem dann, wenn sie vermehrt, in Kombination und wiederkehrend auftreten. Auch körperliche Beschwerden ohne klare Ursache, wie z. B. Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerzen oder allgemeines Unwohlsein, sind keine seltenen Symptome. Besonders aufmerksam sollten Sie werden, wenn sich Ihr Angehöriger emotional entleert, Schuldgefühle äußert oder Zukunftsängste entwickelt. Wenn dieser sogar wiederkehrend Gedanken über Tod oder Suizid äußert, sollte nicht gezögert und sofort professioneller Rat eingeholt werden.  

Zwei lächelnde Frauen sitzen zusammen an einem Holztisch und halten Kaffeetassen in den Händen.

Wie unterstütze ich einen Angehörigen mit Depressionen?

Als nahestehender Mensch sind Sie oft die erste Person, die Veränderungen im Wesen oder im Verhalten seines „Gegenübers“ wahrnimmt. Zeigt sich dieser Zustand aber regelmäßig und über längere Zeiträume hinweg oder verschlechtert sich die Situation, sollte das nicht ignoriert, sondern dringend thematisiert werden. Versuchen Sie zunächst erst mal Informationen zu Ihren Eindrücken zur besseren Orientierung zu sammeln, z. B. in digitalen Ratgebern, der Literatur oder auch mittels eines speziellen Selbsttests für Angehörige. Gehen Sie dann vorbereitet und proaktiv in den Kontakt, suchen Sie vorurteilsfrei das Gespräch, hören Sie Ihrem Angehörigen zu, ohne zu bewerten, und bieten Sie ihm Hilfestellung – ohne Druck oder Bedingungen. Insbesondere die Kontaktaufnahme zu Ärzten, Therapeuten, Kliniken oder anderen Anlaufstellen kann Ihnen helfen, die Situation besser einzuordnen, selbst Entlastung zu erfahren und gezielt professionelle Tipps für den Umgang mit einem Depressiven zu erhalten. Aber auch spezielle Selbsthilfegruppen für Angehörige sind gute Anlaufstellen, um sich zu informieren und auszutauschen. Seien Sie achtsam – nicht nur Ihrem Angehörigen gegenüber: Wenn Sie die Situation zu sehr belastet und Sie selbst erste Erschöpfungs- oder Erkrankungszeichen bei sich feststellen, suchen Sie sich unbedingt selbst Hilfe! Hier finden Sie mehr Informationen zum Umgang mit einem Menschen, der an einer Depression erkrankt ist.

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