Übergewicht

Übergewicht bezeichnet ein Körpergewicht, das oberhalb des medizinisch als gesund geltenden Bereichs liegt. Zur Einordnung wird auch hier der Body-Mass-Index (BMI) herangezogen. Bei Erwachsenen spricht man laut gängiger Definition von Übergewicht ab einem BMI von 25 kg/m², von Adipositas ab einem BMI von 30 kg/m².

In der internationalen Klassifikation von Krankheiten (ICD-10 und ICD-11) ist Übergewicht selbst keine psychische Erkrankung, sondern ein medizinischer Befund. Es kann jedoch in engem Zusammenhang mit körperlichen und psychischen Faktoren stehen. Neben genetischen und stoffwechselbedingten Ursachen spielen auch Lebensstil, Stress, emotionale Belastungen und die psychische Verfassung eines Menschen eine wichtige Rolle.

Im psychiatrischen und psychotherapeutischen Kontext ist Übergewicht insbesondere relevant im Zusammenhang mit Essstörungen, etwa der Binge-Eating-Störung, bei der es zu wiederholten Essanfällen ohne kompensatorische Maßnahmen kommt. Auch emotionales Essen, gestörtes Essverhalten oder eine belastete Körperwahrnehmung können mit Übergewicht einhergehen. Entscheidend ist dabei nicht allein das Gewicht, sondern der Umgang mit Essen, Körperbild und wie hoch der individuelle Leidensdruck ist. Zudem ist die gesellschaftliche Wahrnehmung von Übergewicht von Bedeutung, da Stigmatisierung und Diskriminierung zusätzliche Belastungen verursachen können, die die psychische Gesundheit weiter beeinträchtigen.

Starkes Übergewicht kann sowohl körperliche Folgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Gelenkprobleme als auch psychische Belastungen wie Scham, soziale Rückzugstendenzen oder depressive Symptome nach sich ziehen. In der Behandlung sollte starkes Übergewicht daher ganzheitlich betrachtet werden, insbesondere mit Blick auf mögliche Essstörungen, emotionale Auslöser und psychische Begleiterkrankungen. Im Idealfall werden individuelle Risikofaktoren analysiert, um maßgeschneiderte Maßnahmen zur Gewichtsregulation zu entwickeln