Hyperventilieren
Hyperventilieren bezeichnet eine zu schnelle, flache oder zu tiefe Atmung, bei der mehr Kohlendioxid abgeatmet wird, als der Körper produziert. Typische Symptome sind beispielsweise Schwindel, Kribbeln in Händen und Füßen, Engegefühl in der Brust, Benommenheit oder Zittern. Manche Betroffene verspüren auch kalten Schweiß oder das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen – obwohl die Sauerstoffversorgung in der Regel ausreichend ist.
Häufig tritt Hyperventilation in Stresssituationen oder bei starker Angst auf, etwa während einer Panikattacke. In solchen Momenten kann sich ein negativer Kreislauf aus Angst und schneller Atmung entwickeln: Das Gefühl der Atemnot führt zu noch schnellerem Atmen, wodurch sich die körperlichen Symptome weiter verstärken. Aber auch Empfindungen wie Kontrollverlust, Todesangst oder kurzfristiger Realitätsverlust können eine Hyperventilation begleiten. Auch wenn Betroffene ein solches Ereignis als sehr furchteinflößend und in schweren Fällen sogar als lebensbedrohlich wahrnehmen, besteht aus medizinischer Sicht erstmal kein großer Grund zur Sorge: Die Symptome sind real, aber nicht gefährlich, psychischen Ursprungs und meist kein Anzeichen für eine schwere körperliche Erkrankung (z. B. Herzinfarkt).
Im Akutfall kann es helfen, die Atmung bewusst zu verlangsamen. Ruhig durch die Nase ein- und langsam durch den Mund auszuatmen, hilft, das Gleichgewicht im Körper wiederherzustellen. Auch das Zählen beim Atmen oder das Konzentrieren auf gleichmäßige Atemzüge kann unterstützend wirken. In manchen Fällen kann es hilfreich sein, in eine ruhige Umgebung zu wechseln oder sich hinzusetzen, um Kreislaufbelastungen zu vermeiden.
Wenn Hyperventilation häufiger auftritt oder mit starken Ängsten verbunden ist, kann das auf eine zugrundeliegende psychische Belastung oder Angststörung hinweisen. In diesem Fall ist es sinnvoll, ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die Ursachen zu verstehen und langfristig wirksame Strategien zu entwickeln.