Hyperkinetische Störung
Hyperkinetische Störung
Die Hyperkinetische Störung (häufig als Hyperkinetisches Syndrom bezeichnet) ist eine komplexe psychische Störung, die zumeist im Kindesalter beginnt und in der medizinischen Klassifikation nach ICD-10 unter dem Schlüssel F90 erfasst wird. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff meist synonym mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) verwendet. Charakteristisch für das Krankheitsbild sind eine stark ausgeprägte Hyperaktivität, rasche Impulsivität sowie eine deutliche Aufmerksamkeitsstörung. Bei den Betroffenen treten die typischen ADHS-Symptome situationsübergreifend auf. Dies führt bei Kindern, Jugendlichen und oftmals auch bei Erwachsenen zu massiven Beeinträchtigungen beim Lernen, im beruflichen wie privaten Alltag und im zwischenmenschlichen Sozialverhalten.
Der Alltag mit der Erkrankung ist für Familien oft kräftezehrend. Die Patienten sind motorisch unruhig, handeln überwiegend hyperaktiv-impulsiv und lassen sich extrem leicht ablenken. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass neurologische und genetische Faktoren ein erhöhtes Risiko für diese Entwicklung bergen. In der Praxis liegen häufig sogenannte Kombinierte Störungen vor. Dazu zählt insbesondere die hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens, die sich durch dissoziale Auffälligkeiten, ständige Opposition oder ein hohes Maß an aggressivem Verhalten äußert. Solche Begleitsymptome belasten das häusliche Umfeld und die Eltern-Kind-Beziehung oftmals enorm.
Für eine fundierte Diagnose müssen die Beschwerden über einen längeren Zeitraum kontinuierlich vorliegen und signifikant von einer normalen, alterstypischen Entwicklung abweichen. Dabei betrachten Spezialisten stets das Gesamtbild, denn auch im Erwachsenenalter können unerkannte Ausprägungen noch großen seelischen Leidensdruck verursachen. Differenzialdiagnostisch gilt es zudem sorgfältig abzuwägen, ob hinter der ständigen Unruhe nicht andere Krankheitsbilder stecken. Fachärzte prüfen hierbei, ob stattdessen eine Autismus-Spektrum-Störung (wie etwa das Asperger-Syndrom), affektive Störungen, Anorexia nervosa oder eine spezifische Emotionale Störung vorliegen könnte.
Glücklicherweise ist das Syndrom mit der richtigen Hilfe heute sehr gut behandelbar. Die Therapie erfolgt in der Regel multimodal, sodass verschiedene Bausteine individuell ineinandergreifen. Neben einer umfassenden Beratung und einer zielgerichteten Verhaltenstherapie kann in bestimmten Fällen auch eine evidenzbasierte Form der medikamentösen Behandlung indiziert sein, um die Symptome schonend, aber spürbar zu lindern. Wenn Sie bei sich oder Ihrem erwachsenen Angehörigen entsprechende Warnsignale wahrnehmen und sich eine professionelle, einfühlsame Orientierung wünschen, stehen Ihnen die Experten unserer spezialisierten Privatkliniken zur Seite. In unseren Kliniken in Bad Waldsee und im Spreewald haben wir sogar aufgrund unserer langjährigen Expertise auf diesem Gebiet ein eigenes, kompaktes Behandlungsangebot für ADHS-Erkrankte im Erwachsenenalter integriert, das sehr fokussiert auf das Krankheitsbild und die Bedürfnisse der Betroffenen ausgerichtet wurde. Gemeinsam erarbeiten wir strukturierte Wege, um innere Ruhe, Fokus und Lebensqualität nachhaltig zurückzugewinnen.