Bewusstsein
Der Begriff des Bewusstseins bezeichnet einen der vielschichtigsten und zugleich wichtigsten Gegenstände in der Psychologie. Es wird als Zustand verstanden, in dem ein Mensch über sich selbst und seine Umwelt bewusst nachdenken kann – eine Fähigkeit, die eng mit Selbstbewusstsein und reflektierter Wahrnehmung verbunden ist. Das Bewusstsein umfasst sowohl gegenwärtige Eindrücke als auch abstraktes Wissen und moralisches Urteilsvermögen. Typische Dimensionen des Bewusstseins sind das Wach-, Selbstwert-, Aufmerksamkeits-, Front- und Hintergrundbewusstsein sowie das mentale. Im Zentrum der Forschung steht das menschliche Gehirn, dessen komplexe Aktivität mentalen Zuständen zugrunde liegt. Es bestimmt, welche Reize ins Bewusstsein gelangen und wie diese verarbeitet werden. Diese Prozesse machen bewusstes Erleben erst möglich und sind zentrale Themen der modernen Neurowissenschaft.
Das Konzept des Bewusstseins dient der Definition und Diagnose zahlreicher Störungen, etwa bei dissoziativen Erkrankungen, Wahnvorstellungen oder depressiven Zuständen, in denen der Zugang zum eigenen Geist eingeschränkt erscheint. Auch in der Psychosomatik spielt es eine Schlüsselrolle: Hier wird es als Vermittler zwischen psychischem Erleben und körperlicher Symptomatik verstanden. Das Bewusstsein stellt eine der höchsten Leistungen des menschlichen Geistes dar: Es ist Ausdruck individueller Identität und Voraussetzung für freies Handeln.