Agitiertheit (Agitation)
Der Begriff Agitiertheit oder Agitation beschreibt in der Medizin und Psychologie einen Zustand, der durch eine stark ausgeprägte innere Unruhe sowie eine krankhaft gesteigerte motorische Aktivität gekennzeichnet ist. Im Gegensatz zur politischen Bedeutung, bei der das Agitieren bedeutet, Menschen durch aggressive Rhetorik aufzuwiegeln, bezieht sich der medizinisch relevante Inhalt dieses Begriffs ausschließlich auf ein klinisches Symptom. Die Betroffenen verspüren eine massive innere Anspannung, die unweigerlich dazu führen kann, dass sie körperlich ständig in Bewegung bleiben müssen. Typische Symptome zeigen sich beispielsweise darin, dass Patienten ziellos umherlaufen, an ihrer Kleidung nesteln oder übermäßig mit den Beinen wippen.
Dieses auffällige Verhalten kann eine sehr vielfältige Ursache haben und besonders häufig im Rahmen von psychischen Erkrankungen auftreten. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die agitierte Depression. Bei dieser spezifischen Form der Depression dominiert nicht die ansonsten typische Antriebslosigkeit, sondern eine tiefgreifende, quälende Getriebenheit. Ebenso kann das Phänomen im akuten Verlauf einer bipolaren Störung auftreten. Ein erhöhtes Risiko für derartige Erregungszustände besteht zudem bei einer voranschreitenden Demenz, was besonders bei älteren Menschen oft durch eine Reizüberflutung ausgelöst wird, welche auch Panik auslösen kann. Neben diesen Faktoren kann die Unruhe auch organisch bedingt sein (etwa durch eine Schilddrüsenfehlfunktion) oder in seltenen Fällen als direkte Nebenwirkung bestimmter Medikamente entstehen.
Um das Symptom nachhaltig und sicher zu behandeln, muss zwingend ein Arzt aufgesucht werden, der eine fundierte Diagnose stellt. Die anschließende Behandlung richtet sich dann immer nach der zugrunde liegenden Ursache. Handelt es sich um die Begleiterscheinung einer Grunderkrankung, muss primär diese Erkrankung behandelt werden. In schweren Fällen kann es notwendig sein, dass der Patient vorübergehend medikamentös stabilisiert wird. Je nach Fall kommen hier Medikamente wie Antidepressiva, Angstlöser oder Beruhigungsmittel zum Einsatz. Eskaliert die Situation so weit, dass eine Eigen- oder Fremdgefährdung besteht, kann eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik erforderlich sein, um Schutz und eine engmaschige Betreuung zu gewährleisten. Weitere Informationen zu langfristigen Therapiemöglichkeiten und dem genauen Umgang im Alltag erhalten Angehörige stets im persönlichen ärztlichen Gespräch.